Hans van der Heijden (Den Haag, 1963) ist in den Bereichen Wohnungsbau, Stadtentwicklung, Wiederverwendung, Kulturbauten und Forschung tätig. Zu seinen preisgekrönten Entwürfen gehören die Ergänzung und Restaurierung des Bluecoat Chambers in Liverpool und die neuen Gebäude auf dem Hessenberg und Lakerlopen. Außerdem hat er den Lehrstuhl für zeitgenössische architektonische Praxis an der Universität von Liverpool inne.

HvdH wuchs in der Nachkriegssiedlung De Prinsenhof in Leidschendam als Sohn eines Bauingenieurs und Enkel eines Möbelherstellers auf. Er studierte Architektur und Stadtentwicklung an der damaligen TH Delft, wo er ein besonderes Interesse an den Details und Produktionsprozessen von Gebäuden entwickelte. Er spezialisierte sich auf Wohnungsbau und im Jahr 1988 war er einer der ersten Studenten, die ihren Abschluss mit einem Nachverdichtungsstudien für die Nachkriegssiedlung Mariahoeve in Den Haag machten.

Während seines Studiums arbeitete HvdH bei der damals noch jungen Bureau Mecanoo an verschiedenen großen Wohnungsbauprojekten. Im Jahr 1994 gründete er zusammen mit Rick Wessels das Büro biq stadsontwerp. Das Büro machte sich einen Namen, indem es Renovierung und Neubau als gleichwertige Aufgaben betrachtete. Im Jahr 1996 gewann HvdH den internationalen Europan-Preis für junge Architekten mit einem Entwurf für die Umstrukturierung eines Nachkriegs-Wohnkomplexes in Liverpool. Seitdem hat HvdH neben seiner Arbeit an niederländischen Projekten an verschiedenen Architektur- und Kunstaufträgen sowie Bildungsprojekten gearbeitet. Im Jahr 2008 wurde die Restaurierung und Ergänzung des Kunstgebäudes Bluecoat Chambers in Liverpool abgeschlossen.

HvdH veröffentlichte die Bücher Tuindorp Kethel Schiedam, noddy, noddier, noddiest (2004), Architectuur in de kapotte stad (2008) und Post Piraeus (2017). Er hat an vier Ausgaben des Jahrbuchs der niederländischen Architektur mitgewirkt. Für die in Rotterdam ansässige Architekturplattform AIR programmierte er die Diskussionsreihe ArchitectuurCases. HvdH war Professor an der Universität von Cambridge, UK.

Nachdem er sich 2014 von biq stadsontwerp zurückgezogen hat, arbeitet HvdH unter seinem eigenen Namen in seinem Amsterdamer Büro. Er war Teilnehmer an der Manifestation WerkBundStadt Berlin. HvdH ist Mitglied im Gestaltungsrat in Potsdam. Der NRC Journalist Bernard Hulsman lobte die von HvdH entworfenen Sozialwohnungen im Rotterdamer Persoonshaven als den schönsten Entwurf des Jahres 2020.

 

HvdH_cv_mei_2021

Foto: Jan Bijl, Rotterdam